Glocken

im Heidenturm

Eine Fotografie der Glocke Kantnerin.
Kantnerin
Eine Fotografie der Glocke Fehringerin.
Fehringerin
Eine Fotografie der Glocke Bieringerin.
Bieringerin
Eine Fotografie der Glocke Churpötsch.
Churpötsch
Eine Fotografie der Glocke Chorglöckl.
Chorglöckl
Eine Fotografie der Glocke Feuerin.
Feuerin

Die sechs historischen Glocken im nördlichen Heidenturm

Sechs der historischen Glocken des Stephansdoms hängen in einem gewaltigen Holzglockenstuhl, der in Teilen noch aus dem Mittelalter stammt. Dieser überlebte den Dombrand mit den darin hängenden Glocken, da der nördliche Heidenturm kein Feuer fing. Die Glocken erklingen solistisch nach dem Abendangelus von Donnerstag bis Sonntag sowie gemeinsam oder in Kombinationen samstags und sonntags vor der Vesper um 17 Uhr. Diese Glocken sind geschichtlich und musikalisch von besonders hohem Wert.

Videoaufnahmen

1. Kantnerin

Tonhöhe: es’ + 2

Gewicht: ca. 1250 kg

Ø 129,7 cm

Gegossen 1772 (Umguss von 1552) von Franz Joseph Scheichel in Wien

Sie rief die Kantoren zum Gottesdienst.

2. Fehringerin

Tonhöhe ges’ + 4

Gewicht: ca. 750 kg

Ø 111,5 cm

Gegossen 1772 von Franz Joseph Scheichel in Wien

Sie wurde am Sonntag zum Hochamt geläutet, ihre Namensgebung ist unklar. In unserer Zeit erklingt sie jeden Sonntag nach dem Angelus um 20 Uhr zum besonderen Gedächtnis aller in der Vorwoche Verstorbenen.

3. Bieringerin

Tonhöhe: as’ + 7

Gewicht: ca. 530 kg

Ø 99 cm

Gegossen 1772 (Umguss von 1546) von Franz Joseph Scheichel in Wien

Sie gab über Jahrhunderte abends das Zeichen zur Sperrstunde für die Bierstuben im Umkreis von St. Stephan. In unserer Zeit wird sie in gleicher Funktion alljährlich an den Abenden des „Steffl-Kirtags“ im Mai geläutet.

4. Churpötsch

Tonhöhe: c“ + 11

Gewicht: ca. 290 kg

Ø 78,5 cm

Gegossen 1772 von Franz Joseph Scheichel in Wien

Sie wurde zur Rosenkranzandacht geläutet. Ihr Name rührt wohl von einer Stiftung der erzbischöflichen Cur zu Ehren des Gnadenbildes Maria Pocs her. In unserer Zeit läutet sie nach dem Angelus um 20 Uhr zum Taufgedächtnis am Vorabend des Sonntags.

5. Chorglöckl

Tonhöhe: g’’ + 8

Gewicht: 212 kg

Ø 62 cm

Gegossen um 1280 vermutlich von Konrad von München

Sie rief die Chorherren zum Gottesdienst. Auch genannt „Kleine Glocke von St. Stephan“. Sie gehört zu den ältesten erhaltenen Glocken in Wien. Jeden Freitag erklingt sie nach dem Angelus um 20 Uhr zum Gedächtnis aller Opfer von Krieg und Gewalt.

6. Feuerin

Tonhöhe: es’ + 0

Gewicht: ca. 1750 kg

Ø 140 cm

Gegossen 1859 (Umguss von 1453) von Friedrich Gössner in Wien

Sie wurde bei einem Brand in der Stadt geläutet. In unserer Zeit läutet sie jeden Donnerstag im Anschluss an den Angelus um 20 Uhr im Gedenken an die Todesangst Christi am Ölberg.

Zerstörte historische Glocken im südlichen Heidenturm

Dort waren die „Viertel-Pummerin“ und die „Zwölferin“ untergebracht. Als der Turm 1945 vollständig ausbrannte wurden diese Glocken zerstört. Der Turm ist bis heute leer.

Zwei historische Glocken sind derzeit stumm

(stehen als Museums-Stücke zu Füßen der Pummerin)

1. Speisglocke

Tonhöhe: c’’

Gewicht: 237 kg

Ø 73,5 cm

Gegossen 1746 (Umguss von 1613) von Johann Joseph Pfrenger in Wien

wurde als Totenglocke verwendet und ist derzeit gesprungen

2. Zügenglocke

Tonhöhe: es’’ -3

Gewicht: 158 kg

Ø 65 cm

Gegossen 1803 (Umguss von 1707) von Bartholomäus Kaffel in Wien

wurde geläutet, wenn Sterbende in den letzten Zügen lagen